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Versicherer und Nachhaltigkeit

Aktuelle Studie «Nachhaltigkeit im Fokus» von rothmund insights untersucht Motive, Verhaltensweisen und Wünsche der Kundinnen und Kunden zur Nachhaltigkeit von Versicherern

Rund 90 Prozent der deutschen Haushaltsentscheider:innen wünschen, dass Unternehmen in Zukunft nachhaltiger und umweltgerechter wirtschaften. Das gilt auch für die Versicherungsbranche. Mehr als jede:r Fünfte (22%) schreibt den Versicherungsunternehmen bereits heute eine hohe Verantwortung für Nachhaltigkeit zu. Unter den aktiv Nachhaltigkeitsbewussten tut dies sogar schon jede:r Dritte (32%). In Zukunft wollen insgesamt 53 Prozent aller Verbraucherinnen und Verbraucher – und sogar 70 Prozent der Nachhaltigkeitsbewussten – bei der Wahl von Versicherern und Versicherungsprodukten auf Nachhaltigkeit achten. Für die Versicherer ergeben sich daraus zahlreiche neue Chancen, zugleich aber auch neue Anforderungen. Aktuell zeigen sich die Versicherer in puncto Nachhaltigkeit aus Kund:innensicht erst wenig präsent und profiliert.

Nachhaltigkeit von Versicherern: Chancen stärker und besser nutzen!

Im Vergleich zu anderen Branchen – wie etwa Energie, Landwirtschaft, Handel oder Mobilität –
ist der Wunsch der Verbraucher:innen nach mehr Nachhaltigkeit und nachhaltigen Angeboten im Versicherungsbereich zwar weniger stark ausgeprägt. Die grundlegende Tendenz weist aber in die gleiche Richtung: Am Thema Nachhaltigkeit kommt in Zukunft kein Unternehmen mehr vorbei – oder es droht zunehmend links liegen gelassen oder abgestraft zu werden.

Gerade Versicherern eröffnet Nachhaltigkeit viele neue Potenziale, die bisher erst wenig genutzt werden. Dies betrifft grundlegende Positionierungschancen ebenso wie die Erschließung attraktiver Zielgruppen durch nachhaltigkeitsorientierte Innovationen in den einzelnen Produktsparten.

Beispielsweise wären 48 Prozent der aktiv nachhaltigkeitsbewussten 30-39-Jährigen (Altersgruppe gesamt: 32%) bereit, für nachvollziehbar nachhaltige Altersvorsorge-Produkte eine etwas niedrigere Rendite in Kauf zu nehmen. Gerade im Bereich der Altersvorsorge sind nachhaltige Produktvarianten für viele Kund:innen heute schon ein Muss. Aber auch für die Sparten Sach und Kfz oder die Krankenversicherung sind nachhaltige Tarife vorstellbar und attraktiv.

Nicht zuletzt kann die Digitalisierung als Nachhaltigkeitstreiber in Szene gesetzt werden: Beispielsweise indem der Wechsel von Kundinnen und Kunden in kosteneinsparende digitale Geschäftsprozesse durch Reinvestition in gemeinwohlorientierte Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte belohnt wird.

Nachhaltigkeitskommunikation vieler Versicherer bisher unzureichend: Eine konsequent kund:innenzentrierte Nachhaltigkeitskommunikation ist zukünftig ein Muss!

Um sich nachhaltig zu positionieren, müssen Versicherer das Thema auch stärker und überzeugender in ihrer B2C-Kommunikation aufgreifen. Ein Test der Websites von neun namhaften Versicherern ergab hier ein durchwachsenes Bild. Trotz einzelner Highlights und positiv überraschender Einblicke in bisherige Nachhaltigkeitsaktivitäten, wirken viele Informationen aus Kund:innensicht noch diffus und unspezifisch. Haltungen und Aktivitäten erscheinen oft noch zu unverbindlich. Häufig sind Nachhaltigkeitsinformationen kaum auffindbar und wenig verständlich, da eher an ein Fachpublikum als an Verbraucher:innen adressiert.

Das Thema Nachhaltigkeit sollte beim Besuch der Homepage unmittelbar zugänglich und erfassbar sein – in Form konkreter Produkt- und Serviceangebote, als prägnanter, gut verständlicher Überblick über die aus Kundensicht zentralen Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens. Dabei denken Kundinnen und Kunden nur bedingt in Sustainable Development Goals oder ESG-Kriterien. Sie gehen von ihrer Lebens- und Erfahrungswelt, von ihren Wissensbeständen und ihrem Verständnis von Nachhaltigkeit aus. Sie vertiefen sich auch nicht unbedingt in lange Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte, wenngleich sie deren Zugänglichkeit als Transparenzsignal schätzen.

Bei Versicherern sind Verbraucherinnen und Verbraucher besonders sensibel für “Greenwashing”: Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Erlebbarkeit sind besonders wichtig!

Nachhaltigkeitsaktivitäten und Nachhaltigkeitskommunikation der Versicherer müssen substanzbasiert, nachvollziehbar und transparent sein, damit sie nicht zum Bumerang werden.

Aktuell haben drei Viertel aller Haushaltsentscheider:innen in Deutschland den Eindruck, dass „Nachhaltigkeit” oft nur eine Werbefloskel ist. Diesem so genannten „Greenwashing” begegnen Verbraucherinnen und Verbraucher sehr kritisch. Zugleich finden es 86 Prozent schwer zu entscheiden, welche Produkte und Angebote tatsächlich nachhaltig sind und welche nicht.

Speziell im Versicherungsbereich wird dies nicht zuletzt durch die bisher erst geringe Profilierung und Verankerung der Anbieter in puncto Nachhaltigkeit erschwert. Umso wichtiger ist es, dass Versicherer sehr transparent und nachvollziehbar kommunizieren. Praktisches Handeln und konkrete Maßnahmen überzeugen die Verbraucher:innen mehr als reine Ankündigungen und Absichtserklärungen. Zeitnahe konkrete Meilensteine und Umsetzungen kommen besser an als hochambitionierte Fernziele. Als Devise für die Versicherer kann daher gelten: Lieber konkret, transparent und kontinuierlich in puncto Nachhaltigkeit handeln, als in zu große Schuhe und Gewänder steigen.

Das Angebot nachhaltiger Produkte ist von zentraler Bedeutung, da wichtigster Kontaktpunkt für Kundinnen und Kunden. Zudem können die Versicherer mit eigenen Aktionen, Projekten und Green Sponsorings ihr Nachhaltigkeitsprofil schärfen. Wichtig dabei: Verantwortungsübernahme und Einsatz für mehr Nachhaltigkeit müssen sichtbar, spürbar und erlebbar werden. Alltagsnähe und lokale Sichtbarkeit zahlen sich dabei besonders aus.

Ausführliche Pressemitteilung zur Studie

Die über 80-seitige Branchenstudie «Nachhaltigkeit im Fokus – Motive, Verhalten und Anforderungen der Kund:innen» kann bei rothmund insights bezogen werden. Die Studie liefert umfangreiche weitere Ergebnisse und Differenzierungen nach Zielgruppen, Anbietern und Produktsegmenten sowie Vergleiche mit anderen Branchen. Besonderes Augenmerk liegt auf konkreten Empfehlungen für nachhaltigkeitsbezogene Strategien, für Produktentwicklungen und für die Kommunikation der Versicherer – jeweils verdeutlicht durch Best-Practice-Beispiele.

Für weitere Informationen zur Studie und zu den Bezugsoptionen sprechen Sie mich gerne an.

Jutta Rothmund, jutta@rothmund-insights.de, T +49 177 28 95 612

 

 

 

 

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